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Erläuterungsbericht Ideenwettbewerb Radevormwald Dahlhausen an der Wupper
Der Entwurf berücksichtigt die historischen Sedimente, regionale Zusammenhänge und die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen der Gegenwart. Bestimmend für den Entwurf sind ein sensibler Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden, deren sinnvolle Ergänzung und Umgestaltung, die Nutzung der endogenen Potentiale der Fläche und ihrer nahen Umgebung, sowie die Integration von Nutzungen, die vor der Planungsrealität und damit gesellschaftlichen Entwicklungen Bestand haben. Die
Spannung aus Kontinuität und Entwicklung lässt sich an der Kernidee
des Entwurfs ablesen.
Die bestimmenden
Entwurfselemente sind die linearen Strukturen des Bestandes, die
sich an der Topographie und an der Wupper orientieren und durch den Schwung
des Tales immer wieder gebrochen und abgewinkelt werden. Diese Form wird
durch den Neubau und die Freiraumgestaltung aufgenommen. In der zweiten
Dimension bildet der Neubau mit dem Bestand eine klare städtebauliche
Figur, in der dritten Dimension jedoch setzten sich Neu und Alt
zueinander in spannungsvollen Kontrast. Das Gelände wird in 4 komplementäre Nutzungszonen eingeteilt: Arbeiten, Wohnen,Freizeit und Erholung, sowie Natur und Technik. Das Haupthaus der ehemaligen Textilfabrik wird zu einer Tagungsstätte, zu einem Bürogebäude für Dienstleistungen und kreative Berufe, das Kontorhaus an der Wupper zu einem Gästehaus umgebaut. Der Flügelbau wird rück- und umgebaut, durch einen Wintergarten ergänzt, und stellt als Gastronomiebetrieb das verbindende Element zwischen Tagungsstätte und den kombinierten Atelier- und Wohngebäuden dar. Im Ensemble mit diesen Gebäuden bildet er einen zum Wasser geöffneten Platz, der einer Multifunktionsfläche auf der anderen Seite der Wupper gegenüberliegt. Zwischen der Tagungsstätte und den Atelierwohnhäusern wird hinter der historischen Fassade an der Hardtstrasse eine Einganghalle gebaut, welche die Parkpalette, das Tagungshaus und den Werkshof miteinander verbindet. Die vorhandene Wohnbebauung am Raderberg wird sinnvoll ergänzt durch eine neue flexible Bebauung, welche die Topographie nutzt. Es bildet sich ein begrünter Straßenraum mit neuer Qualität. Das Wasserkraftwerk steht als Abschluss des multifunktionalen und terrassierten Parks als Solitär. Die technischen Anlagen werden für Besucher einsehbar gemacht. Rückwärtig der neuen Wohnhäuser, befinden sich angelehnt an den Verlauf des ehemaligen Obergrabens ein kleiner Weg und Regenwasser-Retentionsbecken. Dieser ruhigere private Bereich ist für die Bewohner ein Gegenpol zur Wupperpromenade, welche als Verbindung zwischen Tagungsstätte und Park auch bei Nacht beleuchtet ist und an den Wupperterrassen mit einem Lichtkunstobjekt einen Abschluss findet. Der alte Schornstein (schon von weitem als Landmarke sichtbar), eine großformatige Installation am Eingang des Geländes, und das Ensemble aus denkmalgeschützten und neuen Gebäuden geben dem Ort seinen Charakter bzw. sind Identität stiftende Elemente. |
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Lars Bursian |